Deutschland & USA

Was bedeutet die US-Steuerpflicht für deutsche Fonds?

Auf einen Blick

Deutsche ETFs und Investmentfonds können in den USA besonderen Regeln für ausländische Investmentgesellschaften unterliegen. Dabei können neben der Besteuerung eigene Erklärungspflichten entstehen. Die deutsche Behandlung des Fonds oder die Kontomeldung entscheidet die US-Frage nicht. Ob PFIC-Regeln und Form 8621 relevant sind, hängt vom konkreten Investment und dem persönlichen Steuerstatus ab.

Ihr ETF-Sparplan besteht schon lange in Deutschland. Nach dem Zuzug in die USA liegt das Depot möglicherweise unverändert bei derselben Bank. Trotzdem kann sich die steuerliche Behandlung ändern, weil die USA das Investment nach eigenen Regeln beurteilen.

Warum gilt die deutsche Fondsbehandlung nicht automatisch in den USA?

Deutschland und die USA haben unterschiedliche Regeln für Investmentfonds. Eine deutsche Steuerabrechnung beantwortet die amerikanische Einordnung deshalb nicht vollständig. Dass ein Fonds im deutschen Alltag ein übliches Anlageprodukt ist, sagt noch nichts über seine US-Behandlung.

Auch der Standort des Depots und die rechtliche Einordnung des gehaltenen Investments sind unterschiedliche Fragen. Eine Kontomeldung kann Bedeutung haben, ohne dass damit die Besteuerung des Fonds oder eine weitere Erklärung bereits erledigt ist.

Was bedeutet PFIC?

PFIC steht für Passive Foreign Investment Company. Die amerikanischen Vorschriften können bestimmte ausländische Investmentgesellschaften erfassen. Ein Investment kann dadurch eigenen Besteuerungs- und Erklärungsvorschriften unterliegen, die von der gewöhnlichen Behandlung anderer Kapitalanlagen abweichen.

Ob ein Fonds unter die PFIC-Regeln fällt, hängt vom konkreten Investment ab. Die Bezeichnung ETF oder eine allgemeine Liste deutscher Anlageprodukte reicht für diese Einordnung nicht aus.

Warum kann Form 8621 hinzukommen?

Form 8621 betrifft bestimmte Beteiligungen an einer PFIC und damit verbundene Vorgänge oder Informationspflichten. Die Erklärung ist von der Kontomeldung und von anderen amerikanischen Formularen zu unterscheiden. Ein korrekt gemeldetes Depot bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche Fondsfragen erledigt sind.

Die Regeln enthalten unterschiedliche steuerliche Behandlungen und Wahlrechte. Ob deren Voraussetzungen erfüllt sind und welche Folgen sie haben, muss für das konkrete Investment geprüft werden.

Ist nur ein Verkauf relevant?

Bei ausländischen Investmentgesellschaften ist die Frage nicht auf einen späteren Verkauf beschränkt. Auch die laufende Behandlung und Informationspflichten können Bedeutung haben. Welche Vorgänge im jeweiligen Jahr erfasst werden, richtet sich nach den einschlägigen amerikanischen Regeln.

Auch ohne Auszahlung oder Verkauf können für ein deutsches Depot nach Beginn der US-Steuerpflicht Erklärungspflichten bestehen.

Einzelfallhinweis

Die Beurteilung hängt vom Investment, vom persönlichen Steuerstatus und den betroffenen Zeiträumen ab. Deutsche und amerikanische Folgen einer Entscheidung müssen zusammen betrachtet werden.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die Behandlung hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

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Markus Mehlig

Über den Autor

Markus Mehlig

Rechtsanwalt (Deutschland) · PTIN-registriert beim IRS (USA)

Er berät zu Steuerfragen zwischen Deutschland und den USA, insbesondere zum Beginn der US-Steuerpflicht und zu deutschen Vermögenswerten.