Deutschland & USA

Ist der Transfer eigenen Geldes in die USA steuerpflichtig?

Auf einen Blick

Die bloße Überweisung eigenen Geldes zwischen eigenen Konten ist von dem Vorgang zu unterscheiden, aus dem das Geld stammt. Einkommen, ein Verkauf oder eine Ausschüttung können eigene Steuerfragen auslösen. Bankprüfung und steuerliche Meldepflichten sind ebenfalls getrennte Themen. Ob zusätzliche Folgen entstehen, hängt von Herkunft, Zuordnung und konkreter Verwendung der Mittel ab.

Sie möchten Geld von Ihrem deutschen Konto auf Ihr amerikanisches Konto überweisen. Vielleicht stammt es aus Ersparnissen oder einem bereits abgeschlossenen Verkauf. Dabei sind die Bewegung des Geldes und seine steuerliche Herkunft auseinanderzuhalten.

Warum ist eine Überweisung nicht automatisch neues Einkommen?

Eine Überweisung zwischen eigenen Konten ist vom ursprünglichen Erwerb des Geldes zu unterscheiden. Der Kontowechsel allein macht einen vorhandenen Betrag weder zu neuem Arbeitslohn noch zu einer neuen Ausschüttung.

Damit sind nicht automatisch sämtliche steuerlichen Fragen beantwortet. Die Herkunft der Mittel kann einen eigenen steuerlichen Vorgang enthalten. Seine Behandlung richtet sich nach den dafür geltenden Regeln und dem persönlichen Steuerstatus zum maßgeblichen Zeitpunkt.

Welche Bedeutung hat die Herkunft des Geldes?

Ersparnisse, laufende Einkünfte und Erlöse aus einem Vermögensverkauf haben unterschiedliche rechtliche Ausgangspunkte. Ein deutscher Hausverkauf kann beispielsweise eine eigene US-Steuerfrage aufwerfen. Die spätere Überweisung seines Erlöses ist ein weiterer Vorgang.

Auch eine Auszahlung aus einer Gesellschaft darf nicht mit einer Überweisung zwischen eigenen Privatkonten gleichgesetzt werden. Gesellschaft und Inhaber können rechtlich unterschiedliche Personen beziehungsweise steuerliche Ebenen sein. Die zugrunde liegende Zahlung muss deshalb eigenständig eingeordnet werden.

Warum kommt es auf den Beginn der US-Steuerpflicht an?

Der Zeitpunkt, ab dem Sie in den USA steuerlich als Resident behandelt werden, kann für deutsche Einkünfte und Vermögensvorgänge wesentlich sein. Im Zuzugsjahr können außerdem besondere Wahlrechte eine Rolle spielen. Die Überweisung allein entscheidet nicht über diesen zeitlichen Zusammenhang.

Ein Betrag kann deshalb aus einem Vorgang stammen, dessen Steuerfolge bereits vor dem Transfer zu beurteilen ist. Die Frage, wann Geld auf einem amerikanischen Konto eingeht, ist nicht immer identisch mit dem Zeitpunkt des maßgeblichen Einkommens- oder Veräußerungsvorgangs.

Sind Bankrückfragen dasselbe wie eine Steuerpflicht?

Banken können Unterlagen zur Herkunft des Geldes und zur Identität der Beteiligten verlangen. Damit setzen sie keine Einkommensteuer fest; eine steuerliche Prüfung bleibt gesondert erforderlich.

Ebenso sind steuerliche Informationspflichten gesondert zu betrachten. Deutsche Konten können bei US-Steuerpflichtigen Meldefragen auslösen. Eine spätere Überweisung in die USA erledigt diese Fragen nicht automatisch für die betroffenen Zeiträume.

Einzelfallhinweis

Die wirtschaftliche und rechtliche Herkunft, die Kontoinhaber und der zeitliche Zusammenhang müssen für Ihren Fall feststehen. Wenn Geld aus einer LLC stammt, ist zusätzlich die deutsche Einordnung der Gesellschaft wesentlich.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die Behandlung hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

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Markus Mehlig

Über den Autor

Markus Mehlig

Rechtsanwalt (Deutschland) · PTIN-registriert beim IRS (USA)

Er berät zu Steuerfragen zwischen Deutschland und den USA, insbesondere zum Beginn der US-Steuerpflicht und zu deutschen Vermögenswerten.