Deutschland & USA

Wie behandeln die USA den Verkauf einer deutschen Immobilie?

Auf einen Blick

Ein deutscher Immobilienverkauf kann bei US-Steuerpflichtigen auch in den USA relevant sein. Eine deutsche Steuerbefreiung wird nicht automatisch übernommen. Der persönliche Steuerstatus, der Zeitpunkt des Verkaufs und die amerikanischen Regeln sind eigenständig zu betrachten. Auch eine mögliche Entlastung bei Besteuerung in beiden Ländern muss anhand des konkreten Sachverhalts geprüft werden.

Sie leben in den USA und verkaufen eine Immobilie in Deutschland. Vielleicht gehen Sie davon aus, dass ein in Deutschland steuerfreier Verkauf auch für Ihre amerikanische Erklärung erledigt ist. Die beiden Länder können den Vorgang jedoch nach unterschiedlichen Regeln beurteilen.

Warum reicht die deutsche Steuerbehandlung nicht aus?

Die USA beurteilen den Verkauf nach ihren eigenen Regeln. Sie übernehmen eine deutsche Steuerbefreiung oder Berechnung nicht allein deshalb, weil sie in Deutschland gilt.

Das gilt auch, wenn die Immobilie lange vor Ihrem Umzug erworben wurde. Der Erwerb und der spätere Verkauf können in unterschiedlichen persönlichen Steuerphasen liegen. Die unveränderte Lage des Grundstücks in Deutschland entscheidet die amerikanische Frage nicht allein.

Welche Bedeutung hat Ihr amerikanischer Steuerstatus?

US-Residents unterliegen grundsätzlich der amerikanischen Besteuerung ihres weltweiten Einkommens. Das kann auch den Verkauf einer deutschen Immobilie erfassen. Ob und in welchem Umfang, hängt von den einschlägigen Regeln ab.

Für Verkäufe vor dem Beginn der US-Steueransässigkeit stellt sich eine andere zeitliche Frage. Zusätzlich können Wahlrechte im ersten US-Steuerjahr Bedeutung haben. Diesen Übergangsfall erläutere ich unter Hausverkauf vor dem Zuzug.

Gibt es amerikanische Regeln für selbst genutztes Wohneigentum?

Das US-Recht kennt eigene Regeln für bestimmte Gewinne aus dem Verkauf eines Hauptwohnsitzes. Deren Anwendung folgt amerikanischen Voraussetzungen. Sie sind nicht identisch mit den deutschen Regeln für private Veräußerungen.

Aus der Aussage, ein Haus sei selbst genutzt worden, folgt daher noch keine vollständige amerikanische Befreiung. Die konkrete Nutzung und die maßgeblichen Zeiträume müssen nach den einschlägigen Regeln beurteilt werden.

Wie werden Besteuerung und Geldtransfer getrennt?

Der Verkauf ist ein eigener Vermögensvorgang. Die spätere Überweisung des Erlöses auf ein amerikanisches Konto ist davon zu unterscheiden. Die Steuerfrage zum Verkauf wird nicht allein durch den Zeitpunkt der Überweisung entschieden.

Ebenso beantworten Bankunterlagen zur Überweisung nicht automatisch die steuerliche Berechnung des Verkaufs. Deutsche und amerikanische Bearbeitung können unterschiedliche Grundlagen voraussetzen. Die vollständige rechtliche Beurteilung geht deshalb über die Kontobewegung hinaus.

Einzelfallhinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die Behandlung hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

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Markus Mehlig

Über den Autor

Markus Mehlig

Rechtsanwalt (Deutschland) · PTIN-registriert beim IRS (USA)

Er berät zu Steuerfragen zwischen Deutschland und den USA, insbesondere zum Beginn der US-Steuerpflicht und zu deutschen Vermögenswerten.