Wie prüft das Finanzamt Ihre LLC?
Das Finanzamt prüft Ihre konkrete LLC im Rechtstypenvergleich. Maßgeblich sind das Gesellschaftsrecht Ihres Gründungsstaats und Ihr Vertrag, insbesondere die Regelungen zu Geschäftsführung, Haftung, Gewinnverteilung und Lebensdauer der Gesellschaft.
Können Sie das Ergebnis beeinflussen?
Vergessen Sie die angeblichen Tricks aus dem Netz. Sie beeinflussen die Einordnung nicht allein über eine Änderung von „member-managed“ auf „manager-managed“. Denn das Finanzamt schaut nicht nur ins Operating Agreement, sondern auch darauf, ob das Geschriebene auch tatsächlich praktiziert wird. Auch eine Corporation-Wahl in den USA macht Ihre LLC in Deutschland nicht zur Kapitalgesellschaft. Die USA und Deutschland können dieselbe Firma völlig unterschiedlich behandeln. Das kann erhebliche Probleme bei der US-Quellensteuer verursachen. Der gefährlichste Mythos: Ohne Auszahlung zahlen Sie keine Steuern. Das ist falsch. Die Steuerpflicht entsteht trotzdem. Das passiert völlig ohne Geldfluss. Wie genau das aussieht, zeigen die zwei möglichen Ergebnisse der Prüfung.
Was kostet Weg eins, die Kapitalgesellschaft?
Stuft das Finanzamt Ihre LLC als Kapitalgesellschaft ein, löst das zusätzliche Steuern aus. Das ist der Grundfall für Inhaber mit Geschäftsleitung in Deutschland. Ihre LLC zahlt dann selbst Körperschaftsteuer. Alle Einkünfte gelten sofort als gewerblich. Ihre LLC zahlt Gewerbesteuer ab dem ersten Euro. Es gibt keinen Freibetrag. Die Gewinne bleiben zunächst in der LLC. Überweisen Sie sich Geld vom Firmenkonto, ist das eine rechtliche Ausschüttung. Die LLC behält darauf zwingend Kapitalertragsteuer ein. Das mindert den Gewinn der Gesellschaft nicht. Sie versteuern diese Ausschüttung privat mit 25 Prozent Abgeltungsteuer. Ziehen Sie später ins Ausland weg, kann die Wegzugsbesteuerung greifen. Das Finanzamt simuliert dann einen Verkauf Ihrer Anteile. Wird Ihre LLC aus dem Ausland geführt, können außerdem die Regeln zur Hinzurechnungsbesteuerung für Sie greifen.
Was kostet Weg zwei, die transparente LLC?
Der zweite mögliche Weg ist die Transparenz. Hier rechnet das Finanzamt den Gewinn der LLC direkt Ihnen zu. Das passiert sofort im Jahr der Entstehung. Ob Sie das Geld entnehmen, spielt keine Rolle. Je nach Tätigkeit haben Sie gewerbliche oder freiberufliche Einkünfte. Sie versteuern sie mit Ihrem persönlichen Steuersatz. Weitere Entnahmen kosten Sie danach keine Steuern mehr. Sind Sie gewerblich tätig, fällt Gewerbesteuer an. Sie haben dabei einen Freibetrag von 24.500 Euro. Machen Sie Verluste, sind das grundsätzlich Ihre privaten Verluste.
Was bleibt in jedem Fall gleich?
Die Einordnung bestimmt wesentliche Steuerfolgen. Aber Ihre steuerliche Ansässigkeit bleibt davon unberührt. Ebenso Ihre Pflicht, für jedes Jahr eine Erklärung für das ganze Kalenderjahr abzugeben. Das Gleiche gilt für die Umsatzsteuer und Ihren zivilrechtlichen Haftungsschutz. Ihre wichtigste Pflicht neben den Steuern: Das Gesetz verlangt, dass Sie Ihre Beteiligung dem Finanzamt mitteilen. Sie haben dafür maximal 14 Monate nach Ablauf des Gründungsjahres Zeit. Wer das vorsätzlich oder leichtfertig versäumt, riskiert eine Geldbuße bis 25.000 Euro. All diese Folgen gelten für den Grundfall. Steuern Sie die LLC aus den USA, haben Sie dort eine Betriebsstätte oder ziehen Sie weg, ändern sich die Regeln.
Wer der Annahme folgt und den Gewinn deshalb nicht erklärt, verkürzt Steuern. Leichtfertig ist das eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis 50.000 Euro, vorsätzlich eine Steuerhinterziehung. Das Finanzamt kann die Steuer dann fünf beziehungsweise zehn Jahre lang festsetzen.
